Die Versicherungsbranche verändert sich, und mit ihr die Anforderungen an Fachkräfte. Die neue Ausbildung setzt genau dort an: praxisnah, handlungskompetenzorientiert und nah am Berufsalltag. Im Interview mit Thomas Kölliker, Leiter Weiterbildung, Vizedirektor WKS KV Bildung, sprechen wir darüber, warum die neue Weiterbildung «Versicherungsfachmann/frau mit eidg. Fachausweis» so viel mehr ist als ein klassischer Lehrgang und weshalb jetzt der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist.
Die neue Ausbildung steht in den Startlöchern. Wenn du sie in drei Worten beschreiben müsstest: Welche wären das?
Bedürfnisorientiert, abwechslungsreich und mutig.
Was macht diese Ausbildung aus deiner Sicht zu einem echten Fortschritt für die Branche?
Die bisherige Ausbildung hat Wissen vermittelt. Sie war gut strukturiert und in Module gepackt, am Ende fand eine Prüfung statt. Das hat über viele Jahre gut funktioniert. Die neue Ausbildung dreht das Prinzip um, die beruflichen Situationen, welche die Versicherungsfachleute wirklich meistern müssen, stehen im Zentrum. Wissen ist Mittel zum Zweck, nicht mehr das Ziel. Das ist ein fundamentaler Unterschied, und er wird im Arbeitsalltag der Gesellschaften spürbar sein. Und zwar bereits während der Weiterbildung.
Du hast die Entwicklung der neuen Ausbildung eng begleitet. Wie hast du diesen Prozess erlebt, und was hat dich dabei besonders beeindruckt?
Mich beeindruckte die positive Stimmung während des Prozesses. Der Zusammenhalt in der Branche war spürbar, es wollen viele mitgestalten und sich für die höhere Berufsbildung einsetzen. Da war spürbar: Diese Entwicklung wird von der Branche gemeinsam getragen.
Mutige Schritte wurden gegangen, das hat mich gefreut. Der Prozess war gut geführt und mit dem Einbezug vieler verschiedener Player konnten Bedürfnisse breit eingebunden werden. Das Resultat ist gut, breit abgestützt und im Sinne der Praxis. Nun gilt es zusammen mit den Dozierenden das Wissen in anwendungsorientierte Settings zu übersetzen, denn die Rolle der Dozierenden wird sich im neuen Bildungsgang ebenfalls ändern. Es wird nicht ein abgeschlossenes Projekt, sondern eine kontinuierliche Entwicklung bleiben.
So verstehen wir auch unser Handeln bei der WKS KV Bildung und bei der KVBSZH. Wir leben in Zeiten der Transformation. Wir wollen und müssen gemeinsam mitgestalten.
Ein zentrales Element ist die Handlungskompetenz. Woran merken Lernende das ganz konkret im Alltag?
Ganz direkt: Heute im Unterricht und morgen im Job, bei der Anwendung und Reflexion des Gelernten. Wenn ich im Circle das Thema Risikoprüfung bearbeite, bringe ich einen echten Fall aus dem eigenen Arbeitsalltag mit. Lösungen entstehen aus Erfahrungen im Unterricht, die nehme ich direkt zurück in die Praxis. Das ist kein Lernstoff, der irgendwann mal nützlich sein könnte. Das ist Kompetenzaufbau in Echtzeit.
Was müssen Lernende heute anders können als früher?
Früher reichte es, präsent zu sein zuzuhören, um anschliessend zu Hause für die Prüfung zu lernen. Heute müssen Lernende ihren eigenen Lernprozess aktiv gestalten. Die Lernenden bereiten sich vor, bringen sich ein, reflektieren danach und übertragen das Gelernte eigenverantwortlich in den Berufsalltag. Das ist anspruchsvoll, aber genau diese Fähigkeiten – Selbstorganisation, Reflexion, Transfer, Vernetzung – sind auch die Kompetenzen, die im modernen Arbeitsalltag gefordert sind. Wer diesen Lehrgang ernst nimmt, trainiert also nicht nur Versicherungsfachwissen, sondern die Zukunftskompetenzen, die Führungskräfte suchen.
Die Ausbildung wurde in enger Zusammenarbeit mit Partnern entwickelt. Warum waren diese Kooperationen so wichtig, und wie profitieren die Lernenden direkt davon?
Es geht darum, Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu stärken. Die langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem VBV, der KV Business School Zürich und der WKS KV Bildung beruht auf Vertrauen, Transparenz und einem gleichen Verständnis von Qualität. Durch diese Zusammenarbeit können die Kräfte gebündelt und vernetzt werden. Es entstehen Freiräume, die wiederum für nachhaltige Lernzeit, Begleitung oder Austausch mit Kundinnen und Kunden zur Verfügung stehen. Lernende profitieren davon, wie auch von guten Rahmenbedingungen und einem Netzwerk, das über eine einzelne Schule weit hinausgeht.
Ein weiteres Highlight sind die modernen Lernwelten. Was steckt dahinter, und was unterscheidet diese vom klassischen Ausbildungsmodell?
Der Kern ist das sogenannte Circle-Modell, dank dem anstelle isolierter Unterrichtseinheiten ein kontinuierlicher Lernprozess entsteht. Jeder Circle folgt demselben Rhythmus: Vorbereitung zu Hause, Präsenztag vor Ort, Remote-Training, Branchenvertiefung und dann der entscheidende Teil: Der Transfer zurück in den Job, reflektiert in der Peer-Gruppe. Ein durchdachter, abwechslungsreicher Kreislauf, der sicherstellt, dass Gelerntes nicht verpufft.
Für wen ist diese Ausbildung besonders interessant, und warum?
Für alle, die in der Versicherungsbranche nicht einfach eine weitere Prüfung ablegen wollen, sondern wirklich vorwärtskommen möchten. Fachleute, die bereits im Job stehen, Verantwortung übernehmen und sich weiterentwickeln wollen.
Wenn du potenziellen Teilnehmenden eine Botschaft mitgeben könntest: Welche wäre das?
Inhalte möglichst gut mit dem eigenen Berufsalltag zu verknüpfen. Dazu muss man vor allem in die Vor- und Nachbereitung investieren, damit man maximal von der Weiterbildung profitieren kann. Und dann vor allem eine grosse Portion Freude mitbringen, denn Lernen muss auch Spass machen, und das soll jede/r mitbringen und mitgestalten.
Warum lohnt es sich, gerade jetzt in diese Ausbildung einzusteigen?
Die Weiterbildung ist praxisnah, die Lernwelten sind modern, und der Abschluss hat Gewicht. Der eidgenössische Fachausweis, neu mit dem Titelzusatz «Professional Bachelor», ist in der Branche etabliert und anerkannt. Man kann nie früh genug damit anfangen, in sich selber zu investieren. Wer die Zukunft der Versicherungsbranche aktiv mitgestalten will, startet jetzt.