Kaufmann/-frau EFZ Privatversicherung (2023)

Informationen für Betriebe

Kaufmänner und -frauen in der Ausbildungs- und Prüfungsbranche Privatversicherung arbeiten als dienstleistungsorientierte Mitarbeitende an Hauptsitzen, in Regionaldirektionen und Agenturen sowie bei Versicherungsbrokern. Im Lehrbetrieb übernehmen sie Verantwortung, wachsen mit ihren Aufgaben und bauen gezielt Fachwissen auf – in einem Arbeitsumfeld, das Praxis und Kundenkontakt vereint. Die Ausbildung im Betrieb wird ergänzt durch schulische und überbetriebliche Lernorte – mit digitalen Tools, klaren Instrumenten und einem verbindlichen Ausbildungsplan.

Hinweise, Anforderungen an (neue) Lehrbetriebe

Damit Sie als Lehrbetrieb in der KV-Lehre EFZ Privatversicherung aktiv werden können, gelten bestimmte Anforderungen. Mit der Bildungsverordnung 2023 bleibt das grundlegende Anforderungsprofil der Lernenden unverändert. Einzelne Anforderungen gewinnen jedoch an Bedeutung – etwa die Fähigkeit, in agilen Organisationsformen oder vernetzten Arbeitsumgebungen zu handeln. Für Lehrbetriebe stehen folgende Unterlagen zur Verfügung: 

Anforderungen an die Lernenden

Anforderungen an die Lehrbetriebe

Checkliste für neue Lehrbetriebe (Ausgabe 2026)

Die betriebliche Ausbildung im Überblick

Für alle kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen kommen dieselben praxisorientierten Umsetzungsinstrumente zum Einsatz. Diese wurden vom VBV speziell auf die Bedürfnisse der Branche Privatversicherung zugeschnitten.

Ausbildungs- und Einsatzplanung

Im Ausbildungsplan wird festgelegt, welche Praxisaufträge eine lernende Person in welchem Semester bearbeitet. Die vorgesetzte Person legt diese Planung verbindlich fest. 

Vorlage Ausbildungsplanung

 

 

Praxisaufträge

Praxisaufträge sind das zentrale Instrument zur Förderung beruflicher Handlungskompetenzen. Sie werden direkt im Berufsalltag umgesetzt und orientieren sich an den Leistungszielen des Bildungsplans. Die Aufgaben bestehen jeweils aus einer Ausgangslage, einer konkreten Aufgabenstellung und Hinweisen zum Vorgehen.

Pro Semester sind mindestens drei bis vier Praxisaufträge umzusetzen. Insgesamt müssen bis zum Ende der Ausbildung mindestens 22 Aufträge bearbeitet werden – darunter mindestens neun branchenspezifische.

Die aktuell verfügbaren Praxisaufträge für die Branche Privatversicherung finden Sie in einem der nächsten Abschnitte.

Kompetenzraster und Leitfragen

Zur Einschätzung der Praxisaufträge nutzen Lernende und Berufsbildende die entsprechenden Kompetenzraster mit Leitfragen und Bewertungskriterien. Diese sind fester Bestandteil jedes Auftrags.

Lerndokumentation

In der Lerndokumentation halten die Lernenden ihre Leistungen und Erfahrungen fest – etwa Probezeitberichte, Lernjournale, interne Projekte oder Zertifikate. Die Berufsbildenden behalten damit den Überblick über den Umsetzungsstand der Praxisaufträge und die Kompetenzentwicklung. Im time2learn wird die Lerndokumentation im eDossier unter «Lerndokumentation» geführt.

 

Semesterqualifikation

Einmal pro Semester findet eine Semesterqualifikation statt, in deren Zentrum die Kompetenzentwicklung der lernenden Person steht. 

 Anleitung Semesterqualifikation

 Präsentation Semesterqualifikation

Betrieblicher Kompetenznachweis

Am Ende jedes Semesters halten die Berufsbildenden die Leistungen der Lernenden in einem betrieblichen Kompetenznachweis fest. Die Bewertung erfolgt mit einem standardisierten Raster auf «time2learn» und fliesst als Note in die Erfahrungsnote ein. Grundlage ist jeweils der Bildungsbericht.

Viel Herzblut für den Berufsnachwuchs

Simon Werren, unser Leiter Nachwuchsentwicklung, erzählt, was ihm an seiner Aufgabe besonders Freude bereitet.

Die Ausbildung der Lernenden in den überbetrieblichen Kursen

Zweck

Die überbetrieblichen Kurse (üK) ergänzen die Ausbildung im Lehrbetrieb. Sie vermitteln grundlegende kaufmännische Fertigkeiten und Kenntnisse der Branche Privatversicherung und schaffen damit eine gemeinsame Basis für die praktische Tätigkeit im Betrieb. Die Lernenden üben, festigen und vertiefen die im Kurs erarbeiteten Inhalte im Berufsalltag. Gleichzeitig dienen die üK der Sicherstellung branchenspezifischer Prüfungsleistungen.

Die vermittelten Kompetenzen orientieren sich an den im Bildungsplan der Branche Privatversicherung definierten Handlungskompetenzen, Arbeitssituationen und Leistungszielen.

üK in der Privatversicherung – Inhalte und Struktur

  • Die Lernenden besuchen während der dreijährigen Ausbildung insgesamt 16 sogenannte üK-Circles: 

    1. Jahr – 5 üK-Circles
    2. Jahr – 8 üK-Circles
    3. Jahr – 3 üK-Circles

  • Eine üK-Einheit besteht aus drei Teilen: Vorbereitungsphase, Präsenzphase (Trainingstag vor Ort), Nachbearbeitungsphase.
  • Die Vor- und Nachbereitungsaufträge sind verbindlich.
  • Der Trainingstag findet ganztägig statt.
  • Für die Vor- und Nachbereitung stellt der Lehrbetrieb den Lernenden die notwendige Arbeitszeit zur Verfügung.
  • Der Unterricht erfolgt grundsätzlich handlungskompetenzorientiert. Dabei spielt das branchenspezifische Grundlagenwissen eine zentrale Rolle.

üK-Unterricht: BYOD (Bring you own device)

Im Rahmen der KV-Reform 2023 arbeiten die Lernenden künftig in allen üK mit elektronischen Medien. Jede teilnehmende Person bringt ihr eigenes Notebook in den Unterricht mit. Die technischen Mindestanforderungen für die BYOD-Geräte sind im entsprechenden Flyer aufgeführt:

 Mindestanforderungen BYOD für Lernende

Kompetenznachweise in den überbetrieblichen Kursen

Während der Ausbildung absolvieren die Lernenden zwei üK-Kompetenznachweise. Diese orientieren sich an realen berufstypischen Arbeitssituationen und überprüfen, inwiefern die relevanten Handlungskompetenzen erreicht wurden.

Die beiden üK-Kompetenznachweise bestehen aus mehreren Elementen (sogenannte üK-KN-Elemente) und decken 13 der 16 üK-Circles ab. Dabei kommen unterschiedliche Prüfungsformen und Methoden zur Anwendung.

Die digitalen Lernumgebungen

«Time2learn» für die betriebliche Ausbildung

Die Steuerung der betrieblichen Ausbildung erfolgt über die digitale Lernumgebung «time2learn». Dort stehen sämtliche relevanten Instrumente zur Verfügung – unter anderem Vorlagen für Praxisaufträge, Ausbildungsplanung und Semesterqualifikationen. Die Nutzung von «time2learn» ist für alle Lehrbetriebe der Branche Privatversicherung obligatorisch.

Zur Einführung in die Funktionen von «time2learn» stehen verschiedene Erklärvideos bereit. Diese vermitteln praxisnah, wie die Ausbildungs- und Einsatzplanung erfolgt, wie Praxisaufträge umgesetzt werden und wie die betriebliche Semesterqualifikation abläuft.

Siehe dazu den Bereich Generelles, Abschnitt, Dokumentation zu «time2learn».

«myVBV für die Ausbildung der Lernenden in den überbetrieblichen Kursen

Für die überbetrieblichen Kurse stellt der VBV mit «myVBV» eine digitale Lernumgebung zur Verfügung. Sie unterstützt Lernende sowie üK-Verantwortliche bei der Umsetzung der üK-Einheiten und der Kompetenznachweise.

Die Plattform bietet folgende Funktionen:

Für Lernende

  • Zugriff auf den Lernpfad mit berufstypischen Handlungsfeldern und Themen (Mediathek)
  • Zugriff auf alle zugehörigen Lernmedien sowie Unterlagen zur Vorbereitung, zum Präsenzunterricht und zur Nachbereitung
  • Übersicht und Teilnahme an Anmeldeverfahren und Aufgeboten für üK-Präsenztage
  • Anmeldung und Durchführung von üK-Kompetenznachweisen
  • Möglichkeit zur Mandatierung von Praxisbildner/-innen als Lernbegleitung

Für Verantwortliche der überbetrieblichen Kurse

  • üK-Trainer/-innen: Cockpit mit Details zu den betreuten Klassen sowie Vorschau auf Teilnehmende
  • üK-Regionenverantwortliche: Dashboard mit Gesamtübersicht aller betreuten Durchführungen sowie Zugriff auf die Cockpits der üK-Trainer/-innen

Für Verantwortliche der Lehrbetriebe

  • Praxisbildner/-innen: Überblick über den aktuellen Lern- und Kompetenzstand der ihnen zugewiesenen Lernenden (sofern Mandatierung durch die Lernenden erfolgt ist)
  • Ausbildungsverantwortliche im Betrieb: Übersicht über den Lern- und Kompetenzstatus aller Lernenden im Unternehmen

Die Praxisaufträge

Praxisaufträge sind zentrale Instrumente in der beruflichen Grundbildung. Sie unterstützen die Lernenden dabei, ihre Handlungskompetenzen im betrieblichen Alltag gezielt aufzubauen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig fördern sie die Routine im Umgang mit typischen Arbeitssituationen und tragen zum Kompetenznachweis im Lehrbetrieb bei.

Während der dreijährigen EFZ-Ausbildung setzen die Lernenden mindestens 22 Praxisaufträge um – pro Handlungskompetenz einen. Davon müssen mindestens neun Praxisaufträge branchenspezifisch ausgestaltet sein.

Alle aktuell verfügbaren Praxisaufträge der Ausbildungs- und Prüfungsbranche Privatversicherung sind nachfolgend aufgeführt.

Optionsspezifische Praxisaufträge (C–E) Umsetzung der Optionen im Betrieb mit branchenspezifischen Praxisaufträgen

Der VBV hat zusammen mit Expertinnen und Experten aus den Versicherungsunternehmen optionsspezifische Praxisaufträge kontextualisiert. Damit ist sichergestellt, dass alle vier Optionen innerhalb eines Lehrbetriebs der Branche umsetzbar sind. Zusätzlich können Lehrbetriebe die Praxisaufträge an die eigenen Gegebenheiten anpassen und präzisieren. So wird der Kompetenzaufbau auch in den Optionen gezielt über betriebliche Praxisaufträge unterstützt. Transferaufträge aus der Berufsfachschule sollten in der Branche Privatversicherung nur als letzte Möglichkeit eingesetzt werden.

C6 – PA1: Bei der Erstellung des Jahresabschlusses mitarbeiten

C6 – PA2: Aufgaben aus dem Finanzbereich bearbeiten

D5 – PA1: Reklamationsgespräche in der Landessprache erfolgreich führen

D5 – PA2: Anspruchsvolle Beratungsgespräche gestalten

D5 – PA3: Herausfordernde Verkaufsgespräche führen

D6 – PA1: Reklamationsgespräche in der Fremdsprache erfolgreich führen

D6 – PA2: Anspruchsvolle Beratungsgespräche in der Fremdsprache führen

E5 – PA1: Inhaltsverwaltungssystem betreuen

E6 – PA1: Grosse Datenmengen bereinigen und aufbereiten

Kosten

Das Kursgeld pro lernende Person beträgt CHF 200.– pro üK-Einheit (üK-Circle). Für die insgesamt 16 üK-Circles während der dreijährigen Ausbildungszeit ergibt sich ein Gesamtbetrag von CHF 3’200.–.

Im Kursgeld inbegriffen sind:

  • die Lizenz für die Lernplattform «time2learn»
  • der Zugang der Lernenden zur digitalen Lern- und Prüfungsumgebung «myVBV»
  • der Zugriff auf sämtliche Lernmedien (neu über die Mediathek in «myVBV»)

Die Kurskosten können in der Romandie und im Kanton Tessin abweichen. Grund dafür sind unterschiedliche kantonale Zuständigkeiten und Regelungen bezüglich der Kursdurchführung.

Wichtige Termine

Erfassung der neuen Lernenden in «time2learn»

Bevor neue Lernende im System «time2learn» erfasst werden können, muss der entsprechende Lehrbetrieb durch den VBV im System registriert sein. Zusätzlich ist es erforderlich, dass eine Person im Unternehmen die Rolle «F» = Firmenadministrator erhält.

Für den Zugang zu «time2learn» wenden Sie sich bitte direkt an den Bereich Nachwuchsentwicklung.

Nach erfolgter Einrichtung können die neuen Lernenden sowie die sie betreuenden Berufsbildnerinnen und Berufsbildner im System erfasst werden. Für jede neue lernende Person ist ein individuelles Startpasswort durch den Firmenadministrator zu setzen, damit der Zugang zu «time2learn» freigeschaltet werden kann.

Die neuen Lernenden mit Lehrbeginn jeweils im August müssen bis spätestens 15. Juli in «time2learn» erfasst sein – inklusive korrekter E-Mail-Adresse des Lehrbetriebs.

Abgabetermine Semesterqualifikationsnoten

  • Semesterqualifikation 1 und 2: bis spätestens 15. August des zweiten Lehrjahrs
  • Semesterqualifikation 3 und 4: bis spätestens 15. August des dritten Lehrjahrs
  • Semesterqualifikation 5 und 6: bis spätestens 15. Mai des dritten Lehrjahrs

Sonderformen

Bei allen Sonderformen in der beruflichen Grundbildung für Kaufmänner und -frauen empfiehlt sich eine frühzeitige Kontaktaufnahme des Lehrbetriebs mit dem VBV, um offene Fragen zu klären und das weitere Vorgehen abzustimmen.

Verkürzte berufliche Grundbildungen

Betriebliche Ausbildung
Vor dem Abschluss eines Lehrvertrags zu einem verkürzten Bildungsgang ist gemäss den gesamtschweizerischen Vorgaben eine Standortbestimmung durchzuführen. Dabei werden die bereits erworbenen Handlungskompetenzen anhand des Kompetenzrasters aus dem verkürzten Lehrjahr erfasst.

Auf dieser Basis bestimmen die Vertragsparteien gemeinsam, welche Handlungskompetenzen noch erarbeitet werden müssen, und legen die entsprechenden Praxisaufträge fest.

Sobald der Lehrvertrag durch die zuständige kantonale Behörde genehmigt ist, reichen die Lehrbetriebe das Ergebnis der Standortbestimmung (Selbst- und Fremdeinschätzung anhand des Kompetenzrasters) sowie den angepassten betrieblichen Ausbildungsplan beim VBV ein:

nachwuchsentwicklung(at)vbv-afa.ch

Überbetriebliche Kurse

Auch Lernende mit verkürzter Grundbildung müssen sämtliche überbetriebliche Kurse absolvieren, damit sie die üK-Kompetenznachweise erarbeiten können.

Die detaillierten Regelungen sind in der Wegleitung für die überbetrieblichen Kurse beschrieben. 

 

Sport- und Talentschulen in spezifischen, verlängerten Bildungsgängen

Bei verlängerten, betrieblich organisierten Grundbildungen – zum Beispiel im Rahmen einer Sportlerlehre – erfolgt die Koordination durch die zuständige kantonale Behörde. Diese stimmt sich mit der jeweiligen Ausbildungs- und Prüfungsbranche, den Anbietern der überbetrieblichen Kurse und den schulischen Bildungsinstitutionen vor Ort ab.

Unterbrochene Bildungsgänge (Mobilitäts-Projekte)

Bei Unterbrechungen der Grundbildung – etwa durch ein Auslandjahr – wird der bestehende Lehrvertrag vorübergehend aufgelöst. Bei Rückkehr erfolgt die Fortsetzung durch einen neuen Lehrvertrag.

Dies setzt ein gemeinsames Gesuch der Vertragsparteien an die zuständige kantonale Behörde voraus.

Vor Beginn der Ausbildung sollten die Anbieter der Mobilitätsprojekte frühzeitig mit den betroffenen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen Kontakt aufnehmen, um eine nahtlose Weiterführung der Ausbildung im Betrieb und in den überbetrieblichen Kursen zu gewährleisten.

Handhabung Sonderformen

Kontakt

Team Nachwuchsentwicklung VBV

Telefon: 031 512 29 47

E-Mail: nachwuchsentwicklung(at)vbv-afa.ch

 

Überbetriebliche Kurse / myVBV

Telefon: 031 512 29 47

E-Mail: uek-support(at)vbv-afa.ch